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Was von dir bleibt

Was soll von dir bleiben?

Subia unsplash
Bo Hauer
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Was wirst du hinterlassen?

Eine sehr persönliche Frage, ich weiß, aber hier geht es nicht um die Regelung deines Nachlasses. Nicht um Geld, das gute Geschirr von Großtante Bertha, dass nach wie vor unbenutzt in die xte Generation übergeben werden soll, ein Auto, Immobilien oder Güter in der Provence, wobei ich das natürlich jeder/m gönne.

Ich war noch ein Teenager, als mein Großvater, mit dem mich viel verbindet, starb. Aufgrund seiner Krankheit und meines Alters hatten wir nie die Gelegenheit, uns über ihn, das Leben und seine gemachten Erfahrungen, seinen Glauben und Werte zu unterhalten. Ich hätte jetzt noch viele Fragen und wenn es möglich wäre, würde ich mich sofort, mit ihm kurz austauschen wollen. Natürlich weiß ich eine Menge über ihn, wichtige Fakten sind überliefert, aber ohne die Details, die ihm mit Sicherheit wichtig gewesen wären.

Wir hinterlassen so viel mehr, als nur Fakten. Unsere liebsten Erinnerungen an unsere Verstorbenen sind doch die liebenswürdigen und besonderen Eigenarten. Die Art, wie sie liefen, lachten, ihre Vorlieben und Abneigungen, ihre Meinung zu XYZ und vieles Weitere mehr. Das machte sie aus. Sind wir mal ehrlich, spätestens ab den Enkelkindern gerät der monetäre Wert eines Nachlasses, außer es war richtig, richtig unglaublich viel in den Hintergrund oder sogar in Vergessenheit. Dafür erinnern wir uns sehr wohl über Generationen hinweg an Onkel Waldemar, der sein Leben seiner heiß und innig geliebten, 500 Stück starken Holzentensammlung – natürlich selbstgeschnitzt, widmete und mit Anweisungen zur richtigen Pflege der Familie hinterlassen hat.

Wie wäre es, wenn wir nicht nur unseren Nachlass ordentlich regeln, sondern unseren Lieben mit einem emotionalen Vermächtnis ein Stück mehr von uns hinterlassen?

Emotionales Vermächtnis?

Die Idee finden wir wunderschön, sie ist aber tatsächlich gar nicht so neu und unbekannt. Früher meist ethisches Testament genannt und in den Familien über Generationen weitergereicht, haben eine jahrtausendealte Tradition, die bis in biblische Zeiten zurückreicht und sogar im alten Testament erwähnt werden. So soll Jakob darin nicht nur seine Kinder gesegnet und Anweisungen zu seiner letzten Ruhestätte hinterlassen haben, sondern hielt darin auch seine Wünsche fest, um sie an kommende Generationen weiter reichen zu können. Ein weiteres bekanntes ethisches Testament stammt aus dem 12. Jahrhundert. Dieses tatsächlich über 50 Seiten lange Dokument behandelt eine Vielzahl von Themen wie die Bedeutung des Lesens und den Wunsch, dass der Sohn den Erwartungen des Vaters gerecht wird. * Hoffen wir mal, das es für den Sohn, kein all zu großer Druck war. Im englischsprachigen Raum begegnet man dem emotionalen Vermächtnis – Emotional Will häufiger und kann zum Beispiel bereits seit Jahren beim The Groundswell Project Australia *, bekannter als den Begründern des Dying to know Days, einen Leitfaden dazu herunterladen. Es wird ganz klar Zeit, auch hier im deutschsprachigen Raum eine Lanze dafür zu brechen.

Also, wie funktioniert das mit dem emotionalen Vermächtnis

Beim emotionalen Vermächtnis geht es um dich und dein Lebensvermächtnis. Es ist eine Möglichkeit, deine Meinung, deine Werte, deinen Glauben, deine Gedanken und Lebenserfahrungen aller Art, Leidenschaften, Hoffnungen und Träume für und mit deinen Kindern, der Familie, mit allen dir wichtigen Personen und künftigen Generationen zu teilen.

Es ist natürlich kein juristisches Dokument und deshalb hast du dabei alle Freiheiten, es so zu gestalten, wie es sich für dich richtig anfühlt. Halte deine wichtigsten Erinnerungen, Werte, guten Wünschen, Zeichnungen, Notizen, Fotos, Videos und Tonaufnahmen fest – ganz so, wie es dir gefällt. Lass dir dafür ruhig Zeit und sei nicht irritiert, falls du es im Laufe der Zeit überarbeiten oder mit weiteren Dinge und Informationen anpassen möchtest – das ist normal.

Wie und wo kann man beginnen?

Damit du ein Gefühl für den Weg zu deinem emotionalen Vermächtnis gewinnst,hier einige Ideen, inspiriert vom The Groundswell Project. Vergiss nicht, es ist dein Vermächtnis, es darf sich frei und passend zu dir entwickeln und muss keiner vermeintlichen Struktur folgen oder ein bestimmtes Format erfüllen.

Ein guter Startpunkt sind die wichtigsten Menschen in deinem Leben. Was könnte eure Beziehung auf den Punkt bringen? Gibt es etwas, das dich diese Beziehung gelehrt hat? Für welche Erfahrung, die ihr gemeinsam gemacht habt, bist du dankbar? Was bedeutet dir die Person? Was hätte dir ohne diesen Menschen gefehlt?

Was waren die wichtigsten Ereignisse in deinem Leben? Es können Schlüsselmomente sein, in denen zum Beispiel dein Leben in eine Richtung hätte gehen sollen, es aber dann ganz anders verlief. Was war das wichtigste Ereignis in deinem Leben? Musstest du vielleicht in einem Moment großen Mut beweisen? Was war für dein größtes Glück oder deine tiefste Traurigkeit verantwortlich? Musstest du eine große Not überwinden oder hast du etwas geschafft, das du nie für möglich gehalten hättest? Wie hast du diese Momente erlebt, welchen Eindruck haben sie hinterlassen oder was haben dich diese Momente gelehrt?

Manche Gegenstände sind uns unabhängig ihres tatsächlichen Wertes lieb und teuer. Gibt es einen oder mehrere wichtige Gegenstände, den du einem Familienmitglied oder einer dir sehr wichtigen Person schenken willst? Du kannst dazu deine Erinnerungen oder die Geschichte hinter dem Gegenstand erzählen und wenn du magst begründen, warum du diesen Menschen für diesen Gegenstand gewählt hast.

Deine Lieblingserinnerungen sind ebenfalls ein guter Anhaltspunkt. Im Leben begegnen wir vielen Menschen in den unterschiedlichsten Lebensabschnitten. Erinnerungen verbinden uns mit diesen Menschen oft über Jahre hinweg, unabhängig ob wir in regelmäßigen Kontakt stehen, sie nur gelegentlich sehen oder ihnen nie wieder begegnet sind. Berichte von besonders schönen Zeiten, die du mit einem Freund oder einer Freundin verbracht hast und was es dir bedeutet, sie oder ihn in deinem Leben zu haben oder gehabt zu haben. Vielleicht empfindest du aber auch dasselbe für einer/n alten MentorIn oder LehrerIn. Welche deiner Erinnerungen möchtest du festhalten und teilen?

Also, was willst du hinterlassen?

Was möchtest du weitergeben? Was interessiert dich? Was sind deine Werte? Deine Wünsche und Sehnsüchte? Über was kriegst du dich nicht mehr ein und lachst Tränen? Was hat dich das Leben gelehrt? Bist du Fraktion Butter unter die Nuss-Nugatcreme? An was glaubst du? Gibt es ein besonderes allround Suppen Rezept, das dich im Leben begleitet und das bei Schnupfen und gleichermaßen bei Liebeskummer hilft? Welches Lied hat dich mehr als einmal im Leben gerettet? Welche Band oder Musik liebst du? Was hättest du gerne früher gewusst?

Sei kreativ und gestalte dein emotionales Vermächtnis so, wie es dir gefällt und es sich für dich gut anfühlt.

Hier findest einen Leitfaden von uns zum Download.

„Gefällt mir“ – und dir?

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