Der Opa hat mich besucht

Wenn Kinder im Kontakt mit Verstorbenen sind

Pham pixabay

Maltes Opa ist vor drei Monaten nach langer Erkrankung gestorben. Malte hat in den letzten Wochen noch viel Zeit mit seinem Opa Peter verbracht und hatte dadurch auch die Möglichkeit, sich langsam auf den Abschied vorzubereiten. Schon am Morgen, an dem sein Opa verstarb, war Malte sehr unruhig.

Von seiner Mutter darauf angesprochen, antwortete Malte: „Opa Peter stirbt heute.“ Auf die Frage, ob sein Opa ihm das beim letzten Besuch gesagt hatte, verneinte Malte diese Vermutung. „Ich weiß einfach, dass es so ist.“ Am Mittag meldete sich das Hospiz, in dem Peters Opa seine letzten Wochen verbracht hatte. Der Erkrankte war aus seinem Mittagschlaf nicht mehr aufgewacht. Maltes Mutter hatte keine Erklärung für Maltes Verhalten.

Ebenso wenig wie für eine Situation die sich eine Woche nach dem Tod des Opas ereignete. Malte saß in seinem Kinderzimmer und lachte laut. Seine Mutter dachte er würde mit seinen Spielfiguren spielen, da er freudig und aufgeregt redete. Als sie ihn zum Mittagessen holen wollte, sah sie Malte ohne Spielsachen auf dem Boden sitzen und reden. „Guck mal, Opa Peter ist zu Besuch. Wir haben so schön miteinander gespielt und er hat mir Witze erzählt. Er sagt, dass er jeden Abend auf mich aufpasst, wenn ich schlafe.“

Es gibt viele Kinder, die wie Malte von Besuchen von verstorbenen Angehörigen berichten. Einige erzählen, dass sie ihnen in lebhaften Träumen begegnet sind, andere das sie am Bett saßen oder sie winkend am Fenster gestanden haben. Einige Kinder spielen, ähnlich wie Malte im Beispiel, mit ihren verstorbenen Angehörigen und beschreiben diese Erlebnisse als stärkend und wunderschön. Kinder haben oft einen guten Zugang zur geistigen Welt und dadurch auch zu den Verstorbenen. Viele Eltern sind besorgt, wenn ihre Kinder von Besuchen oder Gesprächen mit Verstorbenen berichten. Für die Kinder sind diese Begegnungen häufig kein Grund zur Besorgnis oder zur Angst, doch die Reaktion ihres Umfeldes kann genau dazu führen.

„Das kann nicht sein“ oder „das bildest du dir nur ein“ lassen Kinder an ihrer Wahrnehmung zweifeln und es löst Ängste aus, dass die anderen ihre Erfahrungen nicht teilen.Manche Kinder berichten auch von Besuchen von Verstorbenen, die sie zu deren Lebzeiten gar nicht mehr kennengelernt haben und berichten hier freudig von den Kontakten und übermitteln Botschaften für die Hinterbliebenen, wie den eigenen Eltern.Wie geht man als Eltern oder Bezugsperson nun damit um, wenn Kinder mit Verstorbenen im Kontakt sind? Auch wenn es den eigenen Erfahrungen oder der eigenen Wahrnehmung nicht entspricht, ist es für die Kinder wichtig, dass ihre Erlebnisse auf – und wahrgenommen werden. Durch zuhören und interessierte Fragen ist es möglich, mit dem Kind in ein Gespräch zu kommen.

„Was hat denn der Opa erzählt? Geht es ihm gut?“ Oder „Warum hat dich die Oma denn besucht? Wollte sie etwas Bestimmtes?“ Durch Fragen wie diese können die Erwachsenen einen ersten Eindruck bekommen, ob die Kontakte für das Kind in Ordnung sind oder ob sie sich überfordert fühlen und sich ängstigen. Meistens ist Erstes der Fall. Sollte dies aber nicht so sein, kann es helfen, professionelle Hilfe in Form eines Mediums aufzusuchen, um zu schauen, ob die Seele des/ der Verstorbenen noch eine Botschaft für die Hinterbliebenen hat oder ob es etwas gibt, dass sie noch an die irdische Welt bindet.

Eine weitere Hilfe kann sein, dass sich das Kind mit anderen Menschen austauscht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, damit es weiß, dass es nicht allein ist und viele andere Menschen Ähnliches erleben und wahrnehmen. Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass sich manch Erwachsener an seine eigenen Erfahrungen in der Kindheit mit der jenseitigen Welt erinnert oder sich für dieses Thema mehr und mehr öffnet. Für mich sind Kinder liebevolle und offene Vermittler zwischen den Welten.

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