Unser Ende

Evie S. - Unsplash
Birgit Sparenberg ↻ WEITERLESEN

Was ist seit damals eigentlich passiert?

Früher haben Menschen ihn akzeptiert.

Er gehörte zum Leben dazu.

Heute ist er ein großes Tabu.

Der Tod kommt in vielerlei Gestalt daher:

als Unfall mit dem Schiff im tosenden Meer;

bei den Alten, die Ihr Werk auf der Erde vollbracht,

im unendlichen Nachtschlaf, vorher noch schallend gelacht;

nach einer Krankheit, die schwer und gemein,

kann er gar wie eine Erlösung sein;

In Schwangerschaften, die zu Ende gehen,

noch bevor das Baby die Welt konnte sehen;

wenn das Leben, die Umstände so sehr quälen,

dass Menschen selber ihr Ende wählen.

Alle diese Abschiede bereiten viel Schmerz,

doch sind sie auch wichtig für unser Herz.

Was können die tun, die zurückbleiben auf Erden?

Die Trauer zulassen und getröstet werden!

„Reiß Dich zusammen! Das Leben geht weiter,

bald wird es auch bei dir wieder heiter.“

ist nicht die Taktik, die weiterbringt,

damit der Umgang mit dem Tod gelingt.

Ihn anzunehmen bedeutet wohl kaum

sich zu verbieten den Lebenstraum.

Ich glaube, wir sollten danach streben,

ihm in unserer Mitte wieder Raum zu geben.

Jedes Ende macht einen tieferen Sinn,

ist es doch immer auch ein neuer Beginn.

Die Menschen, die schon einmal starben,

sprechen von Tunnel, Licht und Farben.

Von Liebe, die allgegenwärtig zu spüren

und von weit geöffneten Herzenstüren.