Suche
Close this search box.
Bild zu Artikel Trau-er-mich von Constanze Farzaie
Constanze Farzaie

Trau-Er-mich 

Gedanken über ein sehr lebendiges Gefühl und Bedürnis

821 Mal gelesen
1 min Lesezeit

Gedanken über ein sehr lebendiges Gefühl und Bedürfnis. 

Ist das Leben nicht, wie ein übergroßer, schöner, schwerer Teppich, gewebt aus den Fäden aller gelebter Augenblicke und geschmückt mit Erinnerungen.  Er ist so bunt wie das Leben und das Vergehen selbst. 

Ein Teppich gewebt aus Leben, Trauer und Verlusten.  

Beim Entrollen zeigen sich alle Farben, die das Leben ausmachen, aber auch viele Flecken und Risse schmerzlicher Erfahrungen, die uns nachhaltig prägten. 

Der Teppich des Lebens, kann Stolperfalle und wärmender Untergrund zugleich sein.  

Dabei kann jeder Mensch entscheiden, ob nur die vielen Flecken und losen Stränge gesehen werden, oder ein farbenfrohes aus den unterschiedlichsten Fäden gewebtes Kunstwerk. Einer dieser Teppiche könnte wohl den Boden einer ganzen Kathedrale bedecken. 

Trauer und Verluste prägen unser Leben und unser Denken  

Braucht es Mut sich der eigenen Trauer anzunähern? 

Ein Trauerprozess ist wie ein Schiff auf einem See. Wir schaukeln in unserem Boot des Lebens auf einer Trauerwelle auf und ab. 

Bei starkem Wellengang ist mit heftigen, stürmischen Gefühlen zu rechnen. Dann verlieren wir den Halt, 

Doch auch wenn der See vermeintlich in sich ruht und wir den Wind kaum spüren, kann er unser Leid und unsere Erstarrung widerspiegeln. 

Ich mag den See in all seinen Nuancen, und in allen Jahreszeiten. Er ist Leben und eröffnet uns Raum für unsere Gedanken und Fantasien.  

Er zeigt, wie wir im Leiden erstarren oder uns dem Schmerz hingeben können.  

Es kann so gut und heilsam sein, sagen zu können: „Ich fühle Trauer in mir.“ 

Doch nicht nur der Tod eines Menschen verursacht dieses Gefühl. In unserem Leben erfahren wir immer wieder Verluste, die es zu betrauern gilt und die es Wert sind betrauert zu werden. Wenn Lebensträume platzen, oder sich unsere Gesundheit heimlich verabschiedet. Oder Phasen, wo wir den Sinn im Leben suchen und uns dabei selbst verlieren. 

Mein Plädoyer für eine gelebte Trauerkultur ist: Wenn wir die Trauer nicht verbannen und uns auch diesem Gefühl zuwenden, können wir auch unsere Freude und das Leben feiern und genießen, denn das ist die andere Seite. 

Täglich sterben wir einen kleinen Tod. Jeder Atemzug erfüllt uns mit neuem Leben, auch beim Aufwachen aus dem unterbewussten Schlaf, von dem wir uns in den neuen Tag verabschieden. 

Pädagogin, Konflikttrainerin, Rhythmikerin aus Darmstadt

Hinterlasse deine Gedanken

Your email address will not be published.


vorherige Story

Die Lesung aus un;erhört Die Liebe & Der Tod

in der aktuellen viaMAG

Die Todin

Über den oder die Tod, existieren weltweit ganz unterschiedliche Bilder. Mal der Sensenmann, dann Göttin oder…

Freisein 

Weißt du, ich bin sehr froh, dich heute kurz gesehen zu haben, denn ich ahne es…

Oma

Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal die Trauerwoche organisiert, eine Aktionswoche für Trauernde, die zum…

in verbindung bleiben

Du kannst uns jetzt supporten – vielen Dank!

viaMAG supporten

Banner

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner