Angstthema Tod

Warum der Tod aus dem Schatten ins Licht treten muss

Nazmi Zaim Unsplash
Dr. Annette Pitzer ↻ WEITERLESEN

Eine Gesellschaft, die sogar das Alter leugnet, setzt sich erst recht nicht mit dem Tod auseinander. Niemand will alt werden, aber alle wollen ewig leben. Ein gefährliches Paradox, oder? Dieser unmögliche Wunsch zieht uns Deutschen jährlich 105,3 Milliarden Euro aus der Tasche. -Statista-

Und der Markt wächst und wächst. Wer mit Schlagzeilen wie „Forscher bremsen das Alter“ aufwartet, kann mit hohen Klickraten rechnen. Google einmal den Begriff „Altersschwäche“, da findest Du Aussagen wie „Altersschwäche ade? Warum anscheinend niemand mehr daran stirbt“. -DerStandard-

Altersschwäche

Nun ja, wenn ich wählen dürfte, an was ich sterbe, dann wäre die Altersschwäche in jedem Fall mein Favorit. Und fest steht, ich werde sterben, da beißt die Maus keinen Faden ab. Was suggerieren uns solche Schlagzeilen? Wenn es Dir gelingt, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben, stirbst Du womöglich gar nicht. Die, die in ihren Bemühungen jung zu bleiben nachlassen, sterben dann an ihrer eigenen Nachlässigkeit.

Kannst du das Problem erkennen?

Altersschwäche ist keine Krankheit, daher kann man dieses Wort so schön benutzen, um uns vorzugaukeln, wir könnten etwas gegen das Altwerden und unsere Sterblichkeit tun. Jugendkult, Anti Aging und Fitnesswahn haben zu einer Strategie der Selbstoptimierung geführt. Doch der Mensch ist keine Maschine. Nicht falsch verstehen, ich bin eine Vertreterin der Prävention, doch sind wir eben keine Maschinen, die mit guter Pflege fast unbegrenzt lebensfähig sind. Je älter wir werden, desto mehr bauen wir ab, egal wie gut wir uns versorgen. Klar können wir durch gute Pflege vieles verbessern und erhalten, doch eins können wir nicht, uns unbegrenzte Lebenszeit erarbeiten! Egal wie sehr wir uns auch anstrengen, mit dem Älterwerden büßen wir Regenerationsfähigkeit ein. Auch unser Immunsystem wird schwächer, so dass dann Bakterien, Viren, Pilze ein leichter Spiel haben unseren Lebensfaden zu durchschneiden. Sie sind daher nur die Gehilfen eines nicht aufzuhaltenden Prozesses. Covid-19 ist da keine Ausnahme.


Bei mir wird nicht gestorben


Ist es dann doch nicht mehr abzuwenden, übergeben wir unsere Lieben in ein System, in dem nicht akzeptiert wird, dass wir sterblich sind. Ich erinnere mich noch gut an einen Ausspruch eines Kollegen, der mir erklärte „In meiner Schicht wird nicht gestorben“. Ärzte fassen den Sterbeprozess sehr häufig als Niederlage auf, der es aus dem Weg zu gehen gilt. Das bedeutet, dass das Sterben zu einer langen quälenden Sache wird. Noch eine Chemo mehr, noch eine weitere OP, noch…

Die eigenen Grenzen und die Sterblichkeit nicht akzeptieren


Eine Gesellschaft, die propagiert, keine natürlichen Grenzen zu kennen und den Tod aus ihrer Mitte verbannt hat, ist leicht manipulierbar, das zeigt uns die Corona Krise. Auf einmal flimmerte der Tod durch die TV-Geräte in die Wohnzimmer. Auch wenn wir heute wissen, dass die Bilder aus Bergamo zum größten Teil gefaked waren, dringt diese Wahrheit nicht mehr in die traumatisierten Gehirne der Menschen. Den Fakten wird wegen der Angst vor der eigenen Sterblichkeit ein Maulkorb verpasst. Denn im Gehirn derer, die bisher ihre Sterblichkeit erfolgreich verdrängt haben gibt es nur noch ein Gedanke „Ich bin sterblich, es kann jeden treffen“. Ja, Du bist sterblich und ja es wird Dich treffen.

Der Tod ist ins Licht getreten

Nun werden wir mit dem Tod täglich konfrontiert. Doch der Tod war immer in unserer Nähe und wird es auch nach Corona sein. Auch wenn Experten Dir sagen, dass Du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht an Corona versterben wirst, wenn Du nicht sehr alt oder schwerkrank bist, wirst Du ihnen nicht glauben. Der Schock sitzt zu tief, so dass die Rattenfänger die uns 100.000 Tode prophezeit haben, Dich mit Deiner Angst manipulieren können. Sie sind die, die mit Deiner Angst zu sterben spielen und wenn Du Dich dieser Angst nichts stellst bist Du eine Marionette an ihren Fäden. Doch ich will mich nicht an Corona festhalten.

Nutze die Erkenntnis

Was kannst Du für Dich aus dieser Geschichte mitnehmen? Du bist sterblich, Deine Liebsten sind sterblich, mach es Dir bewusst. Lebe Dein Leben im Hier und Jetzt und schätze Dein Leben wert, doch lebe, ohne den Tod aus Deinen Gedanken zu verdammen. Der Tod ist keine Heimsuchung, sondern eine Gnade. Wir kommen aus der Quelle und wenn unsere Lebenszeit zu Ende ist, gehen wir in die Quelle zurück. Was wir hier auf Erden haben, ist eine begrenzte Lebenszeit, die Du nicht mit unwichtigen Dingen verschwenden musst. Wer seine Sterblichkeit akzeptiert, verharrt nicht in ungesunden Mustern, Lebensbedingungen und Beziehungen. Das ist Deine große Chance, verwurzelt und authentisch Dein Leben im Wissen um Deine Sterblichkeit zu führen.

„Gefällt mir“ – und dir?

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